Operation: Kill Bill – Der mit dem Schaf tanzt oder Jensen rocks the bottom

 

 

Autoren: Basti & Paty

Ja Leute sowas kommt dabei raus wenn man daheim sitzt und üble Langeweile hat xD Ne tolle Tokio Hotel kurz Fanfiction xD xD
Jaahaa wir haben halt auch nichts besseres zu tun :D
Naja lest die Story einfach und ihr werdet sehen es lohnt sich ;D
Nochmal Danke an meinen jensigen Schreibpartner Basti <3

 

 

 

 

 

 

 

 

„Muss das denn wirklich sein? Das is doch total bescheuert.“, schimpfte Bill, der seinen Rucksack unachtsam auf den Boden schmiss und damit protestierte auch nur einen Schritt weiter zu gehen. Wer war denn auch bitte auf die ungeheuer selten dämliche Idee gekommen zelten zu gehen? Er ganz sicher nicht.

Bill verschränkte die Arme und musterte seine Freunde und seinem Bruder mit zusammen gekniffenen Augen.

Gustav stöhnte genervt auf.

„Man Bill. Meinste vielleicht wir hätten uns das ausgesucht? Wir würden mit Sicherheit jetzt auch viel lieber in einem Hotel sein. Aber David hat gesagt…“

Doch noch ehe der Drummer seinen Satz weiterführen konnte fiel ihm Bill ins Wort.

„Es is mir scheißegal was Jost gesagt hat, ich will nich im Wald zelten. Da is es nass, kalt, es gibt Insekten, wilde Tiere und hier is mir eindeutig zu viel Natur. Hier bleib ich keine Sekunde länger.“, nörgelte der Sänger und sah grimmig vom einem zum anderen.

Plötzlich jedoch griff er hastig nach seinem Rucksack, holte weit aus und begann damit, wie ein wahnsinniges Streifenhörnchen, auf Georg einzudreschen.

„Aua.“, winselte Georg und fing beim dritten Schlag schließlich den Rucksack ab und hielt ihn fest. Der Bassist warf Bill einen erbosten Blick zu. „Sag mal, bist du jetzt völlig von allen guten Geistern verlassen? Wieso schlägst du mich mit deinem Rucksack?“

Alle Augen richteten sich augenblicklich auf Bill, der gar nicht verstand warum Georg gleich so sauer wurde. „Was denn? Ich hab dich doch nur gerettet.“, behauptete Bill und ließ das andere Ende des Rucksacks, das er immer noch festgehalten hatte, endlich los, so dass Georg, der die andere Seite festhielt fast unter dem Gewicht dessen zusammenbrach. Was zum Geier hatte der Sänger da bloß alles eingepackt?

„Gerettet? Ja, sicher und vor was?“, hakte Georg skeptisch nach, der nicht wusste ob er Bill die Geschichte jetzt abkaufen sollte oder nicht.

„Da war eine Spinne und sie wollte dich anfallen. Ich habs genau gesehen.“, erklärte Bill und zeigte mit seinen Händen an wie groß dieses Monstrum von Spinne gewesen war.

Der Bassist sah ihn daraufhin missbilligend an.

„Na toll und dafür erschlägst du mich fast mit deinem Mörderrucksack. Was hast du da überhaupt alles drin? Deinen Kosmetikschrank?“, rief er entsetzt und schüttelte den Kopf.

Hätten sie Bill bloß nicht mitgenommen. Georg hatte ja von Anfang an gewusst, dass das nur Ärger bedeuten würde. Aber nein, auf den genialen und allwissenden Georg hörte ja keiner.

„Nee nich ganz, hat leider nich alles in den Rucksack gepasst.“, murmelte Bill niedergeschlagen, da es für ihn schon sehr schlimm gewesen war etwas von seiner Kosmetik zurücklassen zu müssen.

Georg seufzte. Das konnte ja noch ein heiteres Zelten werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

„Los gehen wir weiter. Ich will heute noch nen guten Platz finden, an dem wir unsere Zelte aufschlagen können.“, grummelte Georg und warf Bill seinen Rucksack vor die Füße, bevor er sich, ohne den Sänger noch weiter zu beachten, wieder in Bewegung setzte.

Gustav trottete ihm nach, wie ein kleines räudiges Hündchen und pfiff dabei einen stylischen Wandersong.

Bill blieb eingeschnappt zurück und warf seinem Rucksack einen schmollenden Blick zu. Da hatte er Georg vermutlich das Leben vor dieser Killerbestie gerettet und der? Was tat der undankbare Hammel? Er ließ ihn hier einfach stehen und suchte weiter nach einem passenden Zeltplatz.

Langsam schnappte Bill sich wieder seinen Rucksack und bugsierte ihn sich auf den Rücken. Was gar nicht so einfach war, da der Rucksack wirklich verdammt schwer war. Vielleicht hätte er doch nicht so viel einpacken sollen. Er machte sich noch einige Gedanken darüber, als sich neben ihm plötzlich jemand räusperte.

„Du ähm Bill, wir sollten vielleicht langsam mal weiter gehen.“, meldete sich Tom zu Wort und spielte mit seinem Cap rum, dass er immer wieder hin und her zog.

Bill, der so in Gedanken versunken gewesen war, hatte sich beim plötzlichen erklingen, der Stimme seines Bruder so erschrocken, das er einen Schritt zurück wich, über eine Wurzel stolperte und dann, dank seinem schwer beladenen Rucksacks, rückwärts umkippte.

Unsanft krachte er auf den steinigen Waldboden und gab dabei einige undefinierbare Geräusche von sich. „Uff…tsch…hmpf…argh…“

Das Ganze hatte so unheimlich komisch ausgesehen, das Tom unweigerlich lachen musste. Bill warf Tom allerdings daraufhin einen strafenden Blick zu.

„Das is nich witzig.“, beschwerte er sich und begann Tom mit Abschminktüchern aus seinem Rucksack zu beschießen, die bei dem Sturz aus diesem gefallen waren.

„Wuaaah, Bill lass den scheiß. Aus! Husch! Ab ins Körbchen.“, schrie Tom und rannte so schnell er konnte seinen beiden Bandkollegen nach. Wenn Bill schon so weit war, mit seinen Sachen zu werfen, dann wollte er lieber nicht länger in dessen Nähe bleiben.

2 Stunden später hatten die vier Tokio Hoteler endlich einen guten Zeltplatz gefunden. Georg, der sich äußerst geschickt anstellte, hatte sein Einmannzelt schon fast aufgebaut. Er war gerade dabei mit einem kleinen Hammer die Heringe in den Boden zu schlagen und damit sein Zelt zu sichern.

Bill stellte sich währenddessen weniger geschickt an. Er knauschte das Zelt einfach irgendwie auf den Boden und überlegte wofür nun diese komischen Stabdinger waren. Er beschloss ein bisschen Kreativität auszuüben und baute einfach mal irgendwas zusammen. Was am Ende nicht mehr wirklich einem Zelt glich.

Das Zelt war schief, wackelte gefährlich und die Heringe hatte Bill erst gar nicht zur Befestigung verwendet. Der Sänger war der Meinung, dass diese komischen Dinger sowieso mehr zur Deko waren.

Als sein Zelt endlich fertig war, betrachtete Bill sein Werk voller Stolz. Er hüpfte freudig ab und klatsche dabei voller Begeisterung in die Hände und stieß dabei immer wieder das Wort „Supi.“ hervor.

Tom, Gustav und Georg sahen ihm Kopfschütteln dabei zu. „So ein Depp.“, flüsterte Gustav wofür er sich einen Ellenbogen von Tom in die Rippen einfing.

„Red nich so über meinen Bruder. Das darf nur ich.“, zischte Tom und sah den Drummer vernichtend an. „Okay, okay. Is ja gut man, ich hab ja nix gesagt.“, seufzte Gustav und hob beschwichtigend die Hände.

Unterdessen war Bill gerade dabei in sein Zelt zu krabbeln. Doch kaum war er drin, krachte es über ihm zusammen.

Die anderen mussten sich bei dieser Showeinlage von Bill echt das Lachen verkneifen. Schlimmer konnte es heute ja eigentlich schon gar nicht mehr werden.

Gegen Abend standen nun alle vier Zelte aufrecht und stabil da. Georg hatte sich dazu aufgerafft Bill bei seinem etwas unter die arme zu greifen.

Es war inzwischen schon leicht dämmrig und Gustav versuchte mit einem Ast und jeder menge Feuerholz, wie in der Steinzeit, Feuer zu erzeugen. Doch das, schien nicht wirklich hinzuhauen.

Nachdem Tom fast eine ganze Stunde Gustavs erfolglose Versuche mit angesehen hatte, beschloss er beherzt in das Geschehen einzugreifen. Der Gitarrist kramte sein Feuerzeug aus der Hosentasche, lief zu Gustav, ging neben ihm in die Hocke und zündete das Feuerholz an. Wofür er sich einen bewundernden Blick von diesem einfing.

Als es nun zunehmend Dunkel wurde setzten sich die vier Jungs ans Lagerfeuer und Tom begann etwas auf seiner Akustikgitarre herumzuklimpern. Doch nach einer Weile hatte er keine Lust mehr und legte die Gitarre beiseite. Er wollte gerade etwas sagen, als auf einmal ein seltsames Geräusch aus dem tiefsten Dickicht des Waldes drang.

„MÄHHHHHHHHHH!“

Durch das Echo, wurde dieser Schreckenslaut noch verstärkt und klang gleich um Einiges Furcht einflößender. Bill klammerte sich ängstlich an den Dreads seines Bruders fest. „Wa-was is das?“, stammelte er und krallte sich noch fester an Tom fest.

"Hey Brudeherz, das war sicher nur der Wind!", sagte der Gitarrist mit einem leicht verunsicherten Ton zu Bill und versuchte ihn davon Abzuhalten vor Angst in seine geliebten Dreads zu beißen.

"DER WIND? Das glaubst du doch selber nicht, Tom. Das war doch bestimmt irgend ein hässliches Ungeheuer, dass uns den Erfolg nicht gönnt und uns alle töten wird." , jammerte Bill, der vergeblich immer noch versuchte sich an den Haaren seines Bruders zu vergreifen.

"Oh man Junge, reg dich ab. Es war ganz sicher kein Ungeheuer.", brüllte Georg, der schon sichtlich genervt war.

 

 

 

 

 

 

 

 

"MÄÄÄÄÄÄÄH!"

Wieder trat Stille zwischen den Jungs ein. Keiner bewegte sich, außer Bill der vor Angst hin und her kauerte.

"S..seht ihr..., ein Ungeheuer" stotterte er zu seinen Bandkollegen, die damit beschäftigt waren den genau vor ihnen stehenden Busch zu mustern.

"Da bewegt sich doch was oder?", flüsterte Gustav. "Ja klar", erwiderte Georg der vorsichtig ein paar Schritte zurücksetzte.

"GEORG, PASS AUF!" schrie der Drummer zu seinem Kollegen, doch zu spät. Georg lag bereits in einer riesigen Grube, die die Jungs vorher komischerweise gar nicht gesehen hatten.

"Man Schorsch, das du auch nie aufpasst wo du hinläufst", lachte Tom und half Georg aus der Grube.

Langsam wandten alle ihren Blick wieder dem Gebüsch zu. Nichts passierte. Einige Sekunden vergingen. Bill atmete erleichtert auf, als ob ihm ein Stein von Herzen gefallen wäre.

In diesem Moment stürmte ein riesiges, weißes Schaf aus dem Gebüsch und blieb wenige Meter vor dem Sänger stehen.

"Das...das...ist Jensen...!", murmelte Bill so leise, dass man es kaum verstehen konnte.

"Jensen? Ähm Bruder, falls dus nicht gemerkt hast. Das ist NUR ein Schaaf." , meinte Tom, der verwundert zu Bill blickte.

"Nein, d..das ist Jensen das Mörderschaaaf. Ich habe letztens einen Bericht über ihn Gesehen. Sobald es Musik hört wird es zum absoluten Killer!" jammerte Bill immer noch vor sich hin.

"Na dann mal gut dass wir hier keine Musik haben.", gröhlte Georg, der sich umdrehte und in sein Zelt marschierte.

Kaum war der Bassist im Zelt verschwunden tauchte plötzlich David Jost scheinbar aus dem Nichts auf.

Auf der Schulter hatte er einen Gettoblaster aus dem laut "Ich bin nich ich" dröhnte. Lässig, ohne Jensen überhaupt zu beachten schlenderte er auf die Jungs zu. „Na, alles klar?“, hakte er nach und spielte noch etwas am Lautstärkenregler des Musikgeräts herum.

Bill stand immer noch wie angewurzelt da, schaute Jensen in die Augen und hoffte nur, dass er das jetzt heil überstehen würde. Jensens Augen sahen so furcht einflößend aus, das der Sänger sich am liebsten vor angst in die Hosen gemacht hätte, doch er blieb tapfer.

"Bloß nicht bewegen", dachte er sich während immer noch die Musik in seinen Ohren erklang.

In Jensens Augen brodelte das Feuer und je mehr Musik er in seinem Gehör aufsaugte, desto unberechenbarer wurde er.

Mittlerweile waren auch Tom und Gustav auf das seltsame Verhalten des Schafes aufmerksam geworden. Jensen hatte inzwischen seine gesamte Aufmerksamkeit auf den Sänger fixiert.

Die Musik, die aus Davids Gettoblaster klang, machte das Schaf immer wilder und rasender. Es stellte sich in Angriffsposition und scharte mit seinem rechten Hufe in der Erde.

Bill sah sich panisch um. Er musste sich irgendwo vor dem tollwütigen Schaf in Sicherheit bringen. Aber wo? Außer den Zelten und dutzenden von Bäumen gab es ja weit und breit nichts. Und nichts dienste so recht zum Schutz.

Der Sänger ließ seinen angstvollen Blick noch mal zu Jensen schweifen, in dessen erbosten Augen sich sein Spiegelbild widerspiegelte.

Plötzlich und völlig unerwartete stürmte Jensen wie ein wahnsinniges Rentier los und rannte auf Bill zu. Tom und Gustav hielten erschrocken den Atem an, als das Schaf schließlich zum Sprung ansetzte. Auch David war so derartig erschrocken, dass ihm sein Gettoblaster von der Schulter fiel, mit dem Boden kollidierte und in seine Einzelteile zersprang.

Bevor Jensen sich jedoch auf Bill stürzen konnte, drehte dieser sich um, nahm seine Beine in die Hand und rannte um sein Leben.

Jensen, der damit nicht gerechnet hatte, sprang ins Leere, rutschte einige Meter den Boden entlang, krachte gegen eins der Zelte und verhedderte sich darin.

Mürrisch und erzürnt blökend entwirrte sich das Schaf aus dem Zelt, in dem sich Georg gerade befand. Daraufhin fiel es wie ein Kartenhaus in sich zusammen. "Autsch!", drang es aus dem Stoffhaufen, aus dem sich Georg nun zu wühlen versuchte. "Man, was solln der scheiß.", schimpfte der Bassist vor sich hin, während er verzweifelt versuchte wieder ans Tageslicht zu gelangen.

Währendessen rannte Bill den schmalen Waldpfand entlang. Jensen hatte mittlerweile die Verfolgung aufgenommen. Der Sänger rannte weiter und versuchte Jensen irgendwie abzuhängen, der ihm immer noch dicht auf den Fersen war.

Plötzlich stolperte Bill über eine Wurzel, die weit aus dem Boden herausragte. Er konnte sein Gleichgewicht nicht mehr halten und stürzte unsanft auf die Erde.

Jensen, der immer noch hinter Bill herjagte, hatte Bills Sturz nicht mitbekommen und lief daher wie ein aufgescheuchtes Huhn über Bill drüber.

Zu spät bemerkte das Schaf seinen Fehler. Denn vor ihm tat sich die Grube auf, in de zuvor Georg gefallen war. Jensen versuchte noch zu bremsen, aber unglücklicherweise hatte er so einen enormen Speed drauf, das er dies nicht mehr schaffte.

Mit Gerumse und gepolter fiel Jensen in die Grube hinab.

Am Boden aufgekommen, wirbelte er eine Staubwolke getrocknete Erde auf.

Bedröppelt sah sich Jensen in der Grube um, als er sich wieder gefangen hatte. Er begann auf und hab zu hopsen, um irgendwie wieder aus seinem Gefängnis zu entkommen, doch er rutschte immer wieder am Grubenrand ab.

Sofort rannte Tom zu seinem Bruder als er ihn regungslos am Boden liegen sah. "Bill, hey Bruderherz sag doch was." Vorsichtig rüttelte er an Bills Schulter, doch dieser bewegte sich keinen Millimeter. "Bill, mach mir keine Angst! Sag doch was.", flüsterte Tom leise zu seinem Bruder.

Keine Reaktion.

Vorsichtig versuchte er ihn hochzuheben, doch was er dann sah, ließ ihm das Blut in den Andern gefrieren. Ein riesiger Ast durchstach Bills Brustkorb.

"Oh mein Gott. NEIN!", schrie Tom schockiert auf, als der dieses schreckliche Bild erblickte. Das konnte einfach nicht sein. Nicht sein Bruder. Tom war für einen Augenblick wie paralysiert und starrte wie gebannt auf den Ast, der seinen Bruder auf solch qualvolle weise fast durchbohrte.

Warum?

Warum nur hatte es seinen Bruder getroffen?

Seinen geliebten Zwilling, den er über alles liebte.

Sein ein und alles.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Völlig mit den Nerven am Ende bette er Bills Kopf auf seinem Schoß und schloss seinen Bruder in die Arme. Er begann apathisch hin und her zu wippen. "Bitte Bill, sagt doch was. Bill.", wisperte er immer wieder, seine Stimme brüchig und von purem Schmerz und Verzweiflung geprägt.

"Was ist los Tom?", fragte Gustav, als er den Gitaristen so völlig aufgelöst und verstört bei Bill am Boden sitzen sah.

Gustav wartete einen Moment, doch als Tom ihm nicht antwortete, beschloss er selber mal nachzusehen. Mit schnellen Schritten lief er zu Tom und Bill. Doch als sich sein Blick auf den Sänger richtete wurde ihm augenblicklich schlecht. Der Drummer wurde kreidebleich im Gesicht und stolperte zum nächsten Busch, wo er sich dann übergeben musste. Er bekam die grauenhaften Bilder von seinem aufgespießten Kumpel einfach nicht mehr aus dem Kopf.

Schließlich näherte sich auch endlich David Jost dem Szenario. Als er seinen Schützling jedoch sah, blieb im fast das Herzstehen. Seine Geldanlage konnte es doch jetzt wohl nicht wagen einfach so abzukratzen? Gerade wo er durch Tokio Hotel so ein erfolgreicher Produzent geworden war. David raufte sich die Haare und lief aufgeregt auf und ab. "Ey Mist. Mist, Mist.", brüllte er immer und immer wieder. Nervös massierte er sein Kinn und konnte seinen rauen Dreitagebart deutlich auf seiner Haut spüren. "Was machen wir jetz? Der arme Bill...mein armes Geld.", jammerte er und warf die Hände verzweifelt in die Luft.

Tom sah mit Tränen in den Augen zu dem Produzenten auf. Endlich kam wieder Leben in ihn.

"Ruf einen Krankenwagen.", rief er mit schriller Stimme.

David fischte daraufhin schnell sein Handy aus der Tasche und warf einen Blick darauf. "Ja, wie denn ohne Empfang.", hakte er nach und zuckte Ratlos mit den Schultern. "Kein Plan, versuchs mal mit Rauchzeichen.", schlug Georg vor, der es endlich geschafft hatte sich aus seinem Zelt zu befreien.

„Hm, nee das is mir zu kompliziert.“, warf David ein und dachte nach. Man konnte praktisch, die Zahnräder in seinem Kopf rattern hören, so angestrengt dachte er über einen rettenden Einfall nach. Irgendwas Brauchbares musste ihm doch einfallen. Es ging hier schließlich um die Zukunft von Tokio Hotel.

Und ja, vielleicht auch ein bisschen um Bill. Aber hauptsächlich doch mehr um Tokio Hotel.

Gustav ging es inzwischen wieder etwas besser, doch er hatte einen ziemlich üblen Nachgeschmack im Mund. Der Dummer kramte in seiner Hosentasche herum und beförderte schließlich einen Kaugummi ans Tageslicht, den er sogleich auspackte und sich in den Mund stopfte. So fühlte er sich gleich wieder etwas besser.

Vorsichtig pirschte er sich langsam wieder an die Unfallstelle heran, doch er kniff die Augen zu, da er sich diesen Anblick lieber ersparen und nicht riskierend wollte, von einer erneuten Welle von Übelkeit angefallen zu werden.

„Ist…ist Bill…tot?“, fragte er mit bebender Stimme und sah die anderen fragend an. „Keine Ahnung, also meiner Meinung nach sieht er ziemlich tot aus.“, fachsimpelte Georg und verpasste Bill demonstrativ einen leichten Tritt in die Seite. Jedoch rührte sich dieser nicht.

„Jo, da is nix mehr zu machen.“, meinte der Bassist und senkte betrübt den Kopf.

Gustav schaute Georg daraufhin furchtbar erschrocken an. „Ja, aber was wird dann jetzt nur aus Tokio Hotel?“ Seine Stimme, drohte zu versagen. Er war so geschockt über die Tatsache, dass es mit Tokio Hotel nun vielleicht bald zu ende war.

„ Hm, wir färben einfach Jensen schwarz und geben ihn als Bill aus. Glaubt mir, ich bin sicher der Unterschied fällt den Fans gar nich erst auf.“, dachte der Bassist laut nach und fuhr sich durch sein seidig in der Sonne schimmerndes Haar.

Tom horchte auf. Das konnten, die alle doch nicht wirklich ernst meinen? Ein Schaf und Bill ersetzten?

Nein, niemand konnte und durfte seinen Bruder ersetzen, das würde er nicht zulassen. Obwohl, wenn er es noch mal überdachte.

„Hey, aber glaubt ihr Jensen kann überhaupt den Text zu unsern Songs? Ich meine, immerhin ist er nur ein Schaf.“, sprach Tom seine Zweifel aus. „Nee, der singt immer nur mäh. Aber wir können ja immer noch behaupten Bill sei noch mal in den Stimmbruch gekommen.“, erklärte Georg, der von seiner glorreichen Idee ganz beschwingt war.

2 Jahre Später.

Wir schreiben das Jahr 2008.

Es war Dezember und dementsprechend kalt. Weiße Schneeflocken rieselten vom Wolken behangenen Himmel herab und fielen sanft auf die Erde, wo sie auch liegen blieben.

Tokio Hotel hatten sich kurz nach Bills tragischem Ableben aufgelöst, da Jensen nicht mit seinem Vertrag einverstanden gewesen war und diesen deshalb aufgefressen hatte.

Tom hatte eine Solokarriere als Rapper angestrebt, hatte dabei aber nur mäßig erfolg.

Gustav arbeitete als Schlagzeuglehrer an einer Musikhochschule und Georg hatte ein neues Haarglätteisen erfunden, das ihm eine menge Geld eingebracht hatte.

Es war eigentlich ein Tag wie jeder andere.

Das Thermometer zeigte 2 Grad minus und ein eisiger Wind fegte durch die Straßen und wirbelte hier und da vereinzelt Schnee vom Boden auf.

Da Weihnachten kurz vor der Tür stand, hatten Tom, Gustav und Georg die Idee, ein bisschen über den Magdeburger Weihnachtsmarkt zu bummeln.

Dick und warm in ihre Winterjacken eingemummt, schlenderten sie sie durch die hell erleuchteten festlich dekorierten Stände und lauschten der fröhlich erklingenden Weihnachtsmusik.

Plötzlich stieß Tom mit jemandem zusammen. Er war so damit beschäftigt gewesen, seine Waffel zu essen, die er sich gerade an einem der Stände gekauft hatte, so dass er nicht wirklich auf den Weg geachtet hatte. „Tschuldigung.“, nuschelte Tom und sah langsam auf. Doch was er da sah, ließ ihn zu einer Eisskulptur erstarren.

„B.. B.. B..“, brachte Tom nur hervor, der nicht mehr in der Lage war auch nur ein Wort zu sprechen.

„Wassen los?“, hakte Gustav nach, der mit Georg zu Tom gestoßen war. Doch Tom deutete nur auf einen Punkt vor sich. Gustav, der natürlich wissen wollte, was den Gitarristen so aus der Fassung brachte, ließ seinen Blick langsam in besagte Richtung wandern.

Schockiert riss er die Augen auf und die Zuckerstange, in die er gerade herzhaft gebissen hatte viel ihm aus dem Mund.

Georg, war der einzige der die Nerven behielt.

„Öhm…Bill, was machsten du hier? Solltest du nich tot sein? Oder nein, lass mich raten du bist der Geist, der Vergangenen Weihnacht und ähm bist gekommen um uns heimzusuchen.“, sprudelte es wie ein Wasserfall aus dem Bassisten hervor.

„Nee, eigentlich bin ich kein Geist.“

„Oh mein gott.“, fiepte Georg. „ Es kann sprechen!“ Ehrfürchtig wich er einen Schritt zurück.

Bill seufzte.

Georg hatte doch wirklich einen Schaden.

Tom, war der nächste, der sich nach einigen schock Minuten endlich wieder zu Wort meldete.

„ Aber…aber…du bist tot.“, stammelte er völlig fertig. „Ja, ich freu mich auch dich zu sehn.“, meinte Bill darauf hin etwas ironisch.

„ Aber wie solln, das gehen? Du kannst nich einfach so wieder leben. Der Ast hat dich durchbohrt man.“, gab Gustav nun auch noch seinen Senf dazu.

„Man, ich bin aber nich tot. Und das is ganz einfach zu erklären. Der Ast hat mich nämlich nich durchbohrt.“, fing Bill an, doch wurde gleich wieder von Tom unterbrochen.

„Aber ich habs doch genau gesehn.“

Der Sänger seufzte abermals.

„Kann ich vielleicht mal ausreden?“

Tom nickte.

„Okay, also es hatte vielleicht den Anschein, das mich der Ast durchbohrt hatte, aber dem war nich so. Ich hatte nämlich an diesem Tag glücklicherweise meinen Songschreibblock unter meinem Shirt aufbewahrt, damit der in dem Wald nicht schmutzig wird. Und der hat den Ast abgeblockt. Mein Block is zwar jetzt hin, aber dafür lebe ich noch. Ist das nicht toll?“ Bill sah seine Bandkollegen freudig an.

„Und warum hast du uns dann die ganze Zeit über im Glauben gelassen, du seist tot?“, hakte Georg nach, dem das irgendwie unverständlich war.

„ Na ja, der Ruhm und so war mir halt einfach zu viel. Ich hab halt ne Pause gebraucht. Sorry.“, sagte Bill zerknirscht.

„Boah nee, ey Alter und deswegen haben sich Tokio Hotel getrennt.“, schimpfte Gustav wie ein Rohspatz und schmiss seine Kappe wütend auf den Boden.

Die vier verbrachten noch den Rest des Tages zusammen und hatten eine menge Spaß. Zu viel verlorene Zeit mussten sie aufholen. Doch am Ende des Abends mussten sie feststellen, das die Zeit alles verändert hatte. Es war zu viel passiert. Sie hatten sich einfach auseinander gelebt.

Es war einfach nicht mehr wie früher und sie wussten, dass es auch nie wieder so werden würde, wie es einmal gewesen war.

So gingen die Vier dann jeder seinen eigenen Weg, aber sie wussten sie würden immer Freunde bleiben. Denn sie verband etwas ganz Besonderes. Nämlich die Erinnerung an Tokio Hotel.

The End

 

 

 

 

 

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